Kleidersammlung und sonstige Sammlung für die neuen Flüchtlinge in der Zeltstadt im Vorort

Hallo zusammen,

am Freitag, Samstag und heute sind die 80 Zelt-Unterkünfte im Nieferner Vorort mit Flüchtlingen belegt worden – es sind jeweils ca. 1/3 Syrer, Iraker und Afghanen – dazu noch einige kleine Gruppen.

Wir waren am Wochenende mit mehreren jungen Flüchtlingen aus der Schulturnhalle in der  neuen Unterkunft präsent, haben mit den Neuankömmlingen geredet, haben wichtige Infos weitergegeben (Einkaufsmöglichkeiten, Apotheke usw.), Fragen beantwortet, Ängste genommen und somit wesentlich dazu beigetragen, dass es in den ersten Tagen und Nächten sehr ruhig, sehr geordnet und ohne jeglichen Streit ablief – im Gegensatz zu den Vorkommnissen in anderen Unterkünften,wo teilweise täglich die Polizei gerufen wird, eine sehr angenehme und schöne Situation, über die wir sehr froh sein können – das wollen wir auch so beibehalten.

Es sind viele Familien dort – ca. 20-25 Kinder, dazu jüngere Paare und auch ältere Flüchtlinge – alle sehr höflich und freundlich.

Wir haben jetzt in den letzten beiden Tagen alle Namen, Daten, Kleider- und Schuhgrößen erfasst und würden nun noch kurz vor Weihnachten spontan noch eine Sammelaktion im Bürgerkeller in der Grundschule machen wie beim letzten Mal – wir sammeln so, dass wir für jede Familie eine kleine Grundausstattung bedarfsgerecht nach Größen sammeln und dann allen gemeinsam in etwas die gleiche Basisausstattung überreichen können.

Die Sammlung machen wir spontan am morgigen Dienstag von 16.30-17.30 uhr in der Grundschule – wir würden dann am Mittwochmorgen gleich alles sortieren und dann auch überreichen – ab Donnerstag wird ja jeder von uns auch mit seiner Familie die Weihnachtszeit etwas geniessen wollen.

Was wir speziell sammeln würden:

Ø Wintergerechte Alltagskleidung (Hosen, Pullis, T-Shirts)

Ø Stiefel, Schuhe und Sportschuhe in verschiedenen Größen

Ø Kleine Spiele für Kinder und Erwachsene (kein Monopoly, eher in Richtung Uno, Elfer-Raus oder ähnliches)

Ø Lesebücher für Kinder

Bitte wieder verstehen, wenn wir nur bedarfsgerecht sammeln und  teilweis eauch Sachen zurückweisen, die wir nicht benötigen – wir haben leider keine Lagerkapazität.

Dann an dieser Stelle auch noch der Aufruf, in den Weihnachtsferien, die sehr lange sein werden und an denen mit Sicherheit etwas Lagerkoller eintreten wird, einfach mal mit einem Spiel oder einem Buch in den Unterkünften beizuschauen – vornehmlich momentan noch in der Schulturnhalle – und für etwas Abwechslung zu sorgen.

Wir werden den Teilnehmern an den Sprachkursen auch jede Menge „Hausaufgaben“ und „Übungsaufgaben“ mitgeben, damit sie am Ball bleiben. benso werden wir einen Laptop mit einem Lernprogramm in die Halle bringen sowie einen Beamer für den einen oder anderen Film für die Kinder. Aber trotzdem würden sich die Bewohner sicher auch über den einen oder anderen Besuch freuen !!

Ich verbleibe mit den besten Wünschen für eine möglichst stressfreie, friedliche und besinnliche Weihnachtszeit und einen Guten Rutsch !!

Mit freundlichen Grüßen,

Stefan Ermentraut

– Geschäftsführer –

Informationsabend bei der Flüchtlingshilfe Niefern-Öschelbronn

Am Montag, dem 07.12. gab es eine besondere Veranstaltung im Bürgerhaus Niefern. Die ehrenamtlichen Helfer der Flüchtlingshilfe Niefern-Öschelbronn haben sich über Themen informiert, die für ihre Tätigkeit mit den Flüchtlingen wichtig sein könnten. Die Themen waren u.a. „Besonderheiten der arabischen Kultur“ und „Posttraumatische Belastungsstörung“.

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Nach einer kurzen Begrüßung durch Herrn Nouvel (Leiter Ordnungs- und Sozialamt) wurde zunächst von Frau Wildprett über die arabische Kultur berichtet. Sie hat auf interessante Weise die zahlreichen von Ihr gesammelten Erfahrungen an die über 50 anwesenden Helfer weitergegeben. Wussten Sie zum Beispiel, dass es als Beleidigung aufgefasst werden kann, wenn man jemandem, im Sitzen die Fußsohlen entgegenstreckt? Verschiedenste Themen von der Begrüßung bis hin zur Art und Weise der Ansprache von Problemen (bei der die Deutschen als sehr direkt gelten) wurden erläutert. Viele Helfer berichteten, dass die Menschen in der Schulsporthalle in Niefern schon ganz selbstverständlich zahlreiche westliche Umgangsformen angenommen haben und so ihre Integrationsbereitschaft unterstreichen. Dennoch wird diese Sensibilisierung sicherlich bei der weiteren Zusammenarbeit mit anderen Kulturen sehr hilfreich sein.

Das Themengebiet des Traumas wurde von Frau Rivoir, Inhaberin einer Traumatherapiepraxis, vorgestellt. Die Helfern erhielten wichtige Einblicke in die Fragestellungen: Was ist ein Trauma und wie entsteht es? Woran erkennt man ein Trauma und wie könnte man damit umgehen? Das Ziel dieses Vortrags war es die Helfer im Umgang mit den Flüchtlingen zu sensibilisieren. Diese haben oftmals kriegsartige Zustände erlebt und könnten daher an einer posttraumatischen Belastungsstörung leiden. Die Helfer sollen keineswegs „Hobbypsychologen“ darstellen. Viel mehr gab ihnen der Vortrag eine Hilfestellung im Umgang mit verhaltensauffälligen Menschen. Hierzu wurde sogar das medizinische Hintergrundwissen der Traumatherapie auf sehr anschauliche Weise vorgetragen. Dieser sehr interessante Abend war für die Ehrenamtlichen sehr hilfreich und hat auf sensible Themen aufmerksam gemacht.